A hand full of awfulness

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A hand full of awfulness

Viele Jahre liegt es zurück, als ZEISMAN und TeKay den [FUNK] Clan ins Leben gerufen haben. Einer der Grundsteine war das fantastische Brunnenfest in TeKays Heimatstadt Hamm. Zu dieser atemberaubenden Veranstaltung wurde ich eingeladen. Hier mein damaliger Bericht dazu.

Nachdem man mit verheißungsvollen Unwahrheiten wie Das ist wie Springbreak, bloß viel größer und Nimm die Milleniums-Party am Time Square mal 1 Million um sich warf, habe ich naive Seele mich also gestern Abend auf den Weg nach Hamm gemacht. Eigentlich hätten mir die eindeutigen Zeichen wie plötzlicher Platzregen und beißender Gestank ab Ortseingang Hamm reichen sollen, aber wie Ihr wisst stirbt die Hoffnung ja zuletzt.

Nachdem mir dann zum Empfang ein warmes Weizen serviert wurde, sind TeKay (seit gestern nennen wir ihn nur noch GayT), ein Rückenkranker, ein Maddin und meine Wenigkeit endlich zu Party des Jahrtausends losgezogen. Nach 250m Fußmarsch waren wir endlich da. Ein majestätischer Anblick! Während ich damit beschäftigt war, meinen überaus starken Brechreiz zu unterdrücken, wurde mir Sinn und Zweck der beiden Getränke-Buden, der Fress-Bude und des Brunnens erläutert. Ich werde jetzt nicht näher darauf eingehen, schließlich sind wir hier nicht bei der Sesamstraße.

Interessant war auch, dass man an den beiden hochmodernen Ausschank-Stationen nicht mit Bargeld bezahlen konnte, sondern nur mit zuvor erworbenen Coupons. Das weitverbreitete Gerücht, dass in Hamm niemand rechnen, kochen, duschen und die Versiegelung eines Nutella-Glases entfernen kann, hat sich also damit bestätigt.

Da auch das Maß an spastischer Unattraktivität der weblichen Besucher leider nicht umgekehrt proportional zur unguten 90er-Jahre-Mucke einherging, konnte man sich nur mit Bier betäuben. Alle anderen Getränke waren durch das Personal leider nicht bestellbar, da u. U. krumme Coupon-Beträge entstanden wären.

Das Motto lautete also 2 Minuten – 2 Bier. Das Bier war aber scheinbar schlecht, denn es hat keine einzige Frau hübscher gemacht. Auch TeKay sah im Kleid einfach scheiße aus. Selbst Robunda Hooters herself hat den Tatort äußerst frühzeitig verlassen. Ein paar Stunden später ging dann das Licht aus. Nicht bei mir, sondern bei allen Buden. Tja, Feierabend! Langsam dämmerte mir, dass sich der Spritdurst von Don Benzo (30 Liter!) für diese Veranstaltung absolut gelohnt hatte.

Als das Licht dann noch mal an ging, und man wieder mit der Realität des aktuellen Standorts konfrontiert wurde, gab es nur noch eine Option. Flucht! Spätestens vor der Haustür haben wir den letzten Mitstreiter verloren, der sich weinend wie ein Vorschulmädchen auf sein Rad schwang und davonwimmerte. So konnte man sich dann nur noch in den Schlaf weinen.

Der nächste Morgen verlief aber gleich schon viel besser. Da man sich ja auf meinen Besuch eingestellt hatte, gab’s lecker Tee ohne Zucker, Brötchen ohne Butter und totgefrorenes Nutella-Imitat aus dem Kühlschrank. Nach dieser reichhaltigen Mahlzeit wurde es dann auch Zeit dieses Stück Ausland im Inland zu verlassen.

Leider findet in Hamm heute auch noch ein Sattelfest statt. Das hat nichts mit Pferden zu tun. Mal abgesehen von den hässlichen Weibern, die auf den Rädern sitzen. Viel schlimmer war aber, dass die Hammer Verkehrsprofis die “Innenstadt” quasi hermetisch abgeriegelt haben, damit sich vermeindliche Besucher der Stadt nicht heimlich verdrücken können. So versucht Hamm offenbar, seine Einwohnerzahl künstlich in die Höhe zu treiben. Da haben die alten Brunzkacheln aber nicht mit dem ZEISMAN gerechnet. Einfach zwei Streckenposten umgeholzt und zwei Omis über die Motorhaube gejagt und schon war der Weg zur A2 frei! Alcatraz ist ein scheiß dagegen!

Schließlich bin ich jetzt wieder zu Hause angekommen, und nie war ich glücklicher darüber. Neben unserer Petrus-Petition starten wir jetzt noch eine weitere, um Hamm aus der EU zu kriegen.

Wer es noch nicht gemerkt hat, dieses Resümee strotzt trotz erschütternder Wahrheiten nur so vor Sarkasmus und bösartigen Zynismus’. Trotzdem, wer einen Bogen um Hamm und das Brunnenfest machen kann, tut es!

Kommentare (2)

  • Botulinum sic

    13 November 2014 um 15:08 | #

    Meine Fresse, Erich Honecker würde vor Neid erblassen und Hamm ohne zu zögern der DDR einverleiben. Ich bewundere hier die Durchhaltekraft der besagten Anwesenden. Ich persöhnlich musst schon beim Lesen dieses Artikels hilflos schluchzen und werde die Nacht wohl mit Hamm-Träumen verbringen. Hamm-er gut geschrieben :)

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    • ZEISMAN

      13 November 2014 um 15:18 | #

      Es war der Horror. Ich habe immer noch eine Narbe am Kopf, als ich versucht habe mich selbst bewusstlos zu schlagen.

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